Ausstellung in Oberhausen

Energie zum

Anfassen

Mühlen und Stauseen, Halden und Tagebaue, Schornsteine und Kühltürme prägen die Landschaft an Rhein und Ruhr. Sie sind Zeugen einer bewegten Geschichte der Energieerzeugung, der sich bis zum 20. Dezember in der Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen die Ausstellung „Energiewenden – Wendezeiten“ widmet.

Ausstellung „Energiewenden – Wendezeiten“

Foto: Forschungszentrum Jülich GmbH

Es ist eine Mammutaufgabe, die uns noch lange beschäftigen wird: der Wandel von den fossilen und nuklearen hin zu den regenerativen Energieträgern. Welche Herausforderungen, Chancen und Risiken diese Energiewende birgt, lässt sich derzeit im LVR-Industriemuseum in der Ausstellung „Energiewenden – Wendezeiten“ beispielhaft erleben. In der Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen erzählt die Schau auf 900 Quadratmetern die Geschichte der Energie an Rhein und Ruhr als eine Abfolge von vier maßgeblichen Wendeprozessen.


Anlass für die Rückschau ist ein Ereignis mit Symbolwert: 2018 schließen in Bottrop und Ibbenbüren die letzten deutschen Steinkohlenzechen. Damit enden für die Region zwei bewegte Jahrhunderte einer auf der Kohle gegründeten Industrialisierungsgeschichte, die zwischen 1820 und 1870 mit dem Aufstieg von Kohle und Dampfmaschine als Antriebe für die Fabriken begann.


Innerhalb der Schau bildet die Industrialisierung daher auch den ersten Schwerpunkt, ein weiterer Fokus liegt auf der Entstehung der Energienetze als Teil der öffentlichen Infrastruktur zwischen 1890 und 1930. Darüber hinaus werden die Nachkriegsjahre mit Massenkonsum und Mobilität für alle sowie der gescheiterte Versuch des Eintritts ins Atomzeitalter und die folgende Energiekrise näher beleuchtet. Neben der Darstellung dieser vier wichtigen Wendepunkte wagt die Ausstellung einen Blick in die Zukunft – und illustriert, wie sich Rhein und Ruhr für die fünfte Energiewende wappnen: eine Zeit mit dezentralen intelligenten Netzen, in die Millionen von Erzeugern ihre regenerativen Energien einspeisen und für die Verbraucher zur Verfügung stellen.


Der Blick in die Energiegeschichte der Region wird dabei mit vielen spannenden Informationen angereichert, zugleich aber werden die Fakten durch besondere Ausstellungsstücke und an vielen interaktiven Stationen erlebbar. So ist eine Pleuelstange aus dem Jahr 1860 zu sehen, mit der in der Zeche Oberhausen Grundwasser gefördert wurde, sowie ein Deckelsegment eines Reaktorbehälters aus dem 1995 stillgelegten Atomkraftwerk Würgassen. Am Göpelwerk-Modell können die Besucher per Knopfdruck Holzzahnräder in Bewegung setzen, oder sie bringen durch Radbewegungen Glühlampen zum Leuchten. Und an der Station „Wie viel Energie steckt in der Landschaft?“ kann man einen Spielstein auf einer Landkarte positionieren und damit entscheiden, wo Solar- und Windkraftanlagen platziert werden sollen. Eine Leuchte zeigt anschließend an, wie viel Energie dort gewonnen wird.


So wird Energiewissen plakativ und spielerisch vermittelt – und kleine wie große Besucher lernen, wie vielschichtig die Welt der Energie ist.

In seinem Algenpark erforscht das Forschungszentrum Jülich, wie die Biomasse künftig effizient als alternativer Energieträger eingesetzt werden kann

Foto: Stadtarchiv Oberhausen

Ein Ausstellungsstand der Stadtwerke Oberhausen für elektrische Haushaltsgeräte im Jahr 1930